So werden unsere Veedel sicherer

Verwahrlosung, Müll, Dunkelheit – fast jeder kennt in seinem Veedel Ecken, die man lieber meidet, weil man sich dort unwohl fühlt: sogenannte Angsträume. Leider sehen diese fiesen Ecken oft schon seit langer Zeit so aus. Und es stellt sich das Gefühl ein: „Keiner kümmert sich darum, also muss auch ich mich damit abfinden.” Ich möchte mich aber damit nicht abfinden, denn man darf diese Bereiche nicht einfach aufgeben! Ich habe viele Ideen für mehr Sicherheit in den Veedeln. Vier davon habe ich hier aufgeschrieben.

Plätze umbauen, Angsträume abbauen, Veedel sicherer machen

Oft lässt sich die Situation schon mit einfachen Mitteln verbessern. Eine hellere Umgebung durch mehr Beleuchtung kann bereits Wunder bewirken. Regelmäßiges Saubermachen oder wilden Müll beseitigen hilft ebenfalls. Andere Plätze müssen umgestaltet werden, um tote Winkel mit Leben zu füllen. Der Ebertplatz ist ein abschreckendes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Verantwortlichen einen Platz aufgeben und sich selbst überlassen. Trauriger Höhepunkt war der gewaltsame Tod eines Menschen. Erst danach begannen ernsthafte Überlegungen, wie sich der Platz umgestalten lässt. Mittlerweile sehen wir eine positive Entwicklung aufgrund des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. Der Elan der Stadtverwaltung hat hingegen leider schon wieder nachgelassen. Die versprochenen Veränderungen kommen nur schleppend voran. Das können wir nicht hinnehmen – der Ebertplatz muss zeitnah umgebaut werden! Das gleiche gilt für eine Reihe weiterer vernachlässigter Orte in Köln: den Wiener Platz, den Friesenplatz, aber auch die Bahnunterführung an der Trankgasse.

Mehr Polizei, Ordnungskräfte und Sozialarbeit = mehr Sicherheit

Umbauen alleine reicht aber nicht. Wir brauchen mehr Präsenz der Behörden auf der Straße: Polizei, Ordnungsdienst und Sozialarbeiter. Die eingesetzten Polizisten und Ordnungsdienst-Mitarbeiter*innen müssen sich vor Ort auskennen, Teil der Identität des Veedels werden. So wie früher der klassische Veedelsschutzmann. Leider haben wir in Köln einfach nicht genug Polizeibeamte und Ordnungsdienst-Mitarbeiter*innen für die zahlreichen Aufgaben, die anstehen. Die Stadt findet seit Jahren nicht genügend Menschen für die Arbeit beim Ordnungsdienst. Und der NRW-Innenminister hat gerade noch mehr Polizist*innen aus unseren Veedeln abgezogen. Das können wir nicht hinnehmen.

Subjektive Sicherheit erhöhen

Angst isoliert und macht krank. Für sichere Veedel geht es auch darum, das persönliche Empfinden zu stärken. Es sind besonders oft ältere, körperlich oder seelisch anfälligere Menschen, die sich aus Angst vor Kriminalität zurückziehen. Gerade für sie ist es wichtig, dass Polizei und Ordnungsdienst sichtbar und präsent sind. So können sie sich in ihrem Veedel wieder sicherer fühlen.

Wettbüros schließen

Was ich absolut nicht verstehen kann: Warum ist die Stadt bei der Schließung der Spielhallen und illegalen Wettbüros seit Jahren untätig? Der Gesetzgeber hat den Städten und Gemeinden schon vor Jahren ermöglicht – und sie verpflichtet! – dagegen vorzugehen. Und in Köln passiert seitdem: nichts. Wer mit offenen Augen durch sein Veedel geht, sieht, dass die vielen Spielhallen und Wettbüros der örtlichen Gemeinschaft nicht gut tun. Mancherorts, wie in Porz-Urbach, sind direkt im Zentrum fünf Spielhallen und Wettbüros in enger Nachbarschaft. Zudem noch in unmittelbarer Nähe zu einer Grundschule. Hier könnten – nein, hier müssten wir schon viel weiter sein!

Fazit: Gegen die Verwahrlosung des öffentlichen Raums kann etwas getan werden. Wir müssen keine Angsträume tolerieren. Wir müssen diese Räume für die Menschen zurückgewinnen.