Ausgespielt! Ideen um den Wildwuchs von Spielhallen und Wettbüros zu beenden

Spielhallen, Spielotheken und Wettbüros tragen nicht zum positiven Bild eines Veedels bei: Sie sind von außen nicht einsehbar und locken mit Glücksspiel, das süchtig machen kann. Bisher werden sie aber nicht konsequent kontrolliert. Die Folge: Ein Wildwuchs von bis zu sechs Wettbüros im Kern von gewachsenen Veedeln, der das ganze Viertel herunterzieht.

Klare Spielregeln!

In Köln gibt es über 200 Spielhallen. Gleichzeitig gehen Schätzungen von über 1.000 geduldeten illegalen Wettbüros aus. Deutlich mehr, als es unserer Stadt gut tut. Dabei gibt es längst klare Regeln, die einfordern, dass die Städte solchen Auswüchsen einen Riegel vorschieben. Damit würde die Anzahl der Wettbüros auf einen Bruchteil sinken. Doch dafür bräuchte die Verwaltung die Rückendeckung, um konsequent durchzugreifen. Der Glücksspiel-Staatsvertrag setzt klare Regeln: Wettannahmestellen müssen 200 Meter Abstand zueinander haben, Spielhallen sogar 350 Meter. Dieses Ziel ist schon seit Jahren bekannt. Leider hat die Stadtverwaltung die Zwischenzeit nicht genutzt, um sich Gedanken zu machen, wie diese Regeln auf die illegalen Wettbüros angewendet werden sollen.

Überzählige Wettbüros und Spielhallen vom Platz stellen

Denn an vielen Stellen liegen Wettbüros und Spielhallen eng beieinander. Das Extrembeispiel ist Porz-Urbach, hier liegen gleich fünf in enger Nachbarschaft. Zudem noch in unmittelbarer Nähe zu einer Grundschule – auch zu dieser müssen Spielhallen eigentlich 350 Meter Abstand halten. Eigentlich ist der Fall klar: Alle schließen, bis auf eine. Das muss die Stadt durchsetzen. Natürlich braucht es dafür ein Konzept: Welche Spielhalle darf bleiben, nach welchen Kriterien wird das entschieden? Steht den schließenden Spielhallen und Wettbüros ein Schadenersatz zu? Dafür braucht es ein Konzept und vor allem rechtssichere Kriterien. Das entsteht nicht von heute auf morgen. Aber die Stadt hat sich dazu keine Gedanken gemacht! Das kann nicht sein.

Stadt braucht neue Spieler und gute Taktik

Dafür braucht die Stadtverwaltung natürlich Personal. Hier muss die Stadt kurzfristig tätig werden, um ihre Mannschaft gezielt zu verstärken und dem Problem auf Augenhöhe zu begegnen. Im ersten Schritt braucht die Stadt eine Taktik, ein Konzept, um strukturiert auf die betroffenen Betreiber zuzugehen und mit ihnen das Gespräch zu suchen. Auch das Planungsrecht bietet Möglichkeiten: Dort können Spielhallen (als „Vergnügungsstätten“) von Anfang an ausgeschlossen werden.

Fazit: Mit diesen Maßnahmen bekommen wir den Wildwuchs in den Griff. Wetten?