„Bauern nicht zum Sündenbock machen.“

Nitratbelastung, Düngetechnik und Transparenz waren Themen über die sich Landwirte aus Köln und dem Rhein-Erft-Kreis mit sozialdemokratischen Abgeordneten im Landtag austauschten.

Mit viel Detailwissen waren die Vertreter des „Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im linksrheinischen Kölner Norden“ in den Düsseldorfer Landtag angereist, um Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion ihre Arbeit vorzustellen. Die Idee zu dem Treffen war bei einem Vor-Ort-Termin von Guido van den Berg entstanden, bei dem dieser einen Landwirt beim Bestellen der Felder rund um Sinnersdorf bei Pulheim begleiten durfte. „Ihr macht so viel konkretes für den Gewässerschutz, ihr müsst das mehr in der Politik publik machen“ hatte der Bedburger Abgeordnete geraten. Und so kam jetzt der Arbeitskreis, in dem Landwirte, Landwirtschaftskammer und die RheinEnergie als zuständiger Wasserversorger zusammengeschlossen sind in die Landeshauptstadt.

Den Abgeordneten wurde die Arbeit des Arbeitskreises vom Geschäftsführer Stefan Schiffmann und drei Landwirten anschaulich dargestellt und es fand ein offener Austausch über zukünftige Herausforderungen statt.

„Die Akzeptanz der Ernährungserzeugung in der Region und zukunftssichere Produktionsbedingungen für die Landwirte sind zwei eng miteinander verknüpfte Themen. Die jahrzehntelange Arbeit des Wasserarbeitskreises ist in dieser Hinsicht vorbildlich“, erklärt van den Berg. „Die positiven Erfahrungen aus dieser Arbeit müssen wir versuchen auf ganz Nordrhein-Westfalen zu übertragen. “

Neben den Forschungsanstrengungen zur Verbesserung der Bodenqualität und des effizienten und sparsamen Einsatzes von Düngemitteln war auch die Gülleausbringung ein konkretes Thema.

„Die Nitratbelastung des Grundwassers ist Problemfeld mit Handlungsbedarf. Hier leistet der Arbeitskreis durch intensive Forschungskooperationen und die Anwendung modernster Düngeverfahren sehr erfolgreiche Arbeit“, betont der Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz  André Stinka. So ist es gelungen entgegen dem Bundestrend die Nitratbelastung im Bereich des Arbeitskreises sogar zu senken.

Der Kölner SPD-Abgeordnete Andreas Kossiski zieht ein positives Fazit: „Die Wasserversorgung von rund 600.000 Kölner Haushalten profitiert von der wegweisenden Arbeit des Arbeitskreises. Der Ansatz mit transparenter Informationspolitik die Verbraucher für die Arbeit als Lebensmittelerzeuger „vor-der-Haustür“ zu sensibilisieren ist in Zeiten einer enormen Anspruchshaltung bei gleichzeitigem großen Interesse an günstigen Lebensmitteln wichtig.“

Die Vertreter des Wasserarbeitskreises und die Sozialdemokraten vereinbarten einen weiteren Ortstermin bei den Landwirten aus Köln bzw. dem Rhein-Erft-Kreis zu Beginn der nächsten Düngeperiode im kommenden Frühjahr. Zu einzelnen Themen wurden bereits weitere Gespräche vereinbart.