Innenminister Ralf Jäger zum Dialog im Kölner Norden

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Freitag (24.03.2017) mein Wahlkreisbüro in Longerich. Zu meiner Veranstaltungsreihe „Stadtteilgespräche im Kölner Norden“ stellte sich diesmal Innenminister Ralf Jäger den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Aus dem Kölner Norden eingeladen waren Bürgervereine und Interessengemeinschaften, Kleingartenvereine, Flüchtlingsinitiativen und Ehrenamtler, Streetworker und Jugendinitiativen, Heroes und Hennamond

Die Themenpalette war breit gestreut: Wohnungseinbrüche, Sicherheitsgefühl, Einbruchsserie in Kleingärten, Sicherheit in den Bahnhöfen des Kölner Nordens, Verteilung von Flüchtlingen, Integrationspolitik, „Schutzlück im Veedel“, Verkehrssicherheit, Präventionsmöglichkeiten.

Es würde den Rahmen sprengen, hier auf die Vielzahl der Fragen und deren Antworten einzugehen, aber einige Punkte des über zweistündigen Dialogs möchte ich doch kurz zusammenfassen.
Beispielsweise die Ankündigung von Ralf Jäger, den Polizeibezirks- und Ermittlungsdienst, also den Schutzmann oder die Schutzfrau „op dr Eck“ zu verdoppeln, um die Polizeipräsenz in den Quartieren deutlich zu erhöhen. Oder Thema Angsträume: „Wir werden unter dem Stichwort ‚1.000 helle Plätze‘ ein Förderprogramm für die Kommunen auflegen, um dunklen Angsträumen den Schrecken zu nehmen.“
Zu diesem Thema passten auch einige Beschreibungen von Bürgern über die Situation an verschiedenen Bahnhöfen des Kölner Nordens, insbesondere in Worringen. In diesem Zusammenhang kritisierte der Innenminister die Unternehmenspolitik der Deutschen Bahn, die aus seiner Sicht zu stark auf Großprojekte in Großstädten setze und dafür kleinere Bahnhöfe vernachlässige. Spontan bot mir Ralf Jäger ein zeitnahes Detailgespräch an, um Lösungsmöglichkeiten für die vorgetragene Bahnhofsproblematik im Kölner Norden auszuloten.

Viel Zeit nahm sich der Minister, um anhand verschiedener Fragestellungen die besondere Bedeutung von Präventionsprojekten hervorzuheben. Ralf Jäger: „Normalerweise fordert ein Innenminister mehr Polizei, mehr Repression. Ich setze mich aber auch für mehr Prävention ein.“ Seine Begründung: Präventionskosten sind am Ende niedriger als die immensen Folgekosten von Kriminalität, ganz abgesehen von den immateriellen Schäden, die Opfer von Kriminalität erleiden müssten. Er sprach sich in diesem Zusammenhang auch deutlich für eine Stärkung von Sozialarbeitern/Streetworkern aus. Jäger: „Wir müssen mehr in die Quartiere gehen“. Beispielhaft nannte er das 2011 eingeführte Projekt „Kurve kriegen“, eine Initiative gegen Kinder- und Jugendkriminalität. Auch wenn sich Präventionserfolge nie konkret nachweisen lassen, so wies der Minister gleichwohl darauf hin, dass sich die Jugendkriminalität in den letzten Jahren um ca. 30 Prozent gesenkt habe.

Nach Ende wurde ich von zahlreichen Anwesenden angesprochen, die sich für die gute Veranstaltung bedankten. Ich werde das Lob bei nächster Gelegenheit Ralf Jäger übermitteln.